Die alemannische Fastnacht

Seit über 120 Jahren "Kamelia" Tengen

Stolz ist die Narrenzunft "Kamelia" auf ihre Fasnachtstradition. Aus dem Männergesangverein Liederkranz hat sich 1882 eine Gruppierung abgespalten, welche sich "Krakeelia" nannte und in Tengen das Fasnachtgeschehen organisierte. Davon sei der spätere Vereinsnamen "Kamelia" abgewandelt worden, so die allgemeine Mutmaßung. Offiziell wurde der bestehende Verein im Jahre 1893 gegründet. Der Verein gab eine Narrenzeitung heraus, die sogar in Tengen gedruckt wurde. Umzüge wurden veranstaltet. Seither führt der Verein auch ein sogenanntes Narrenbuch, welches bebildert und textlich erläutert Auskunft über die jährlichen Ereignisse und Unternehmungen des Vereines geben sollte. Von 1940 bis 1946 gab es kriegsbedingt keine Fasnacht in Tengen. Die Folgezeit ist aber in der Chronik jährlich vermerkt.

Kamelia Tengen

Als Wappentier führt der Verein, getreu seinem Namen, ein Kamel. Dieses ist mit seinem Nachwuchs bei allen Umzügen der Zunft dabei. Weitere Wahrzeichen sind eine Narrenfahne, getragen vom Fahnenjunker, der Narrenpolizist und das Narrenelternpaar.

Burgnarren

Seit eh und jeh gibt es eine Prinzengarde aus jungen Damen. Diese Tanzgarde nennt sich seit drei Jahrzehnten Burggarde. 1967 wurde die Burgnarrengruppe gegründet, die über 120 Mitglieder zählt und ebenfalls eine Tanzgruppe hervorgebracht hat. Angeführt werden die Burgnarren vom Dicken Grafen, einer historischen Tengener Figur. Um den Nachwuchs brauchen sich Tengens Elferräte keine Sorgen zu machen. Vor wenigen Jahren wurden die Burgflöhe, eine Jungmädchentanzgruppe und 1997 die Burgknappen gegründet. An den Umzügen begleitet die Stadtkapelle Tengen den Verein, die dann in die Rolle der Narrenmusik schlüpft.

Narrenzunft "Biberjohli" Watterdingen

Als es in Watterdingen noch keine Wasserleitung gab, musste das Vieh an den einzelnen Dorfbrunnen, die 100 bis 150 m voneinander entfernt waren, getränkt werden. Da kam es des öfteren vor, dass das Vieh von zwei oder drei Betrieben zu einem Brunnen gleichzeitig unterwegs waren, was für die Viehtreiber entlang der Biber immer mit Schwierigkeiten verbunden war, zumal nicht selten auf Grund des Gedränges, ein Stück Vieh in den Bach abgedrängt wurde. Bei der Bergung entwickelte sich immer ein mächtiges Gejohle, auf Grund dessen die Betreffenden "Biberjohli" genannt wurden. Der Name der Narrenzunft wurde aus dieser landwirtschaftlichen Besonderheit heraus gewählt und die Zunft im Jahre 1958 gegründet.

Biberjohlis vor dem Rathaus

Am 9.1.1960 wurde das Kostüm der Biberjohlis auf Initiative von Walter Messmer vorgestellt. Die Maske hat einen schelmischen und überlegenen Ausdruck. Seit 1976 wird Rosenmontag eine Kinderfasnacht in der Festhalle veranstaltet. Die "Bunten Abende" der Biberjohlis sind seit vielen Jahren über die Grenzen hinaus bekannt und erfreuen sich jährlich steigender Beliebtheit. Die Zunft hat 100 aktive Mitglieder. Zu diesen gesellt sich zur Fasnachtszeit noch der Musikverein "Watterdingen-Weil" mit 40 Musikern hinzu, der die Narrenmusik stellt.

Bibernixen

Die "Kistenfeger" aus Blumenfeld

1499 sind die Eidgenossen im Schweizer- oder Schwabenkrieg auf ihrem zweiten Zug in den Hegau auch gegen "Blumenfeld am Randen" gezogen. Wie die Chroniken berichten, ist das Hauptheer mit gewaltigem Troß über Schaffhausen und durch das Bibertal anmarschiert, um das der Deutschordenskommende Mainau gehörende Städtchen Blumenfeld zu belagern. Die Belagerung begann am Sonntag, dem 28. April 1499. Da den Bernern beim Beginn der Beschießung zwei Büchsen zersprangen, wurde nach Schaffhausen um die große Büchse und um Leitern geschickt. Stadt und Schloß Blumenfeld waren zwar gut befestigt und von 500 Mann verteidigt, jedoch wurden diese von der ernsthaften Vorbereitung zum Sturm so erschreckt, daß sie das Städtchen am 30. April gegen freien Abzug übergaben.

Die Kistenfeger

In einer eidgenössischen Chronik lesen wir über die anschließende Plünderung und Zerstörung von Blumenfeld folgendes: "Die unseren funden groß Guet darin an Korn, Husrat, Kleidern, Kleinodien. Am Zistag blunderten sie das Stättlin und uff den Mittwochen stieß man es mit für an und verbrannt es". Dieser Chronik ist zu entnehmen, daß das Heer der Eidgenossen von einem Haufen plündernder "Kistenfeger" begleitet gewesen sei. Der Troß von Wagen und Karren sei eine ganze Meile lang gewesen und habe die Ordnung und Bewegungsfreiheit des Heeres gehindert. Der Ausdruck "Kistenfeger" bezeichnet demnach einen Plünderer, der die mit Geld, Schmuck, Geschirr, Kleidern etc. gefüllten Kisten, Truhen und Schränke ausgeraubt bzw. "leergefegt" hat. Die Blumenfelder Gruppe in der Narrenzunft Tengen hat den Beschluß gefaßt, sich "Kistenfeger" zu nennen und die Belagerung, Plünderung und Zerstörung von Blumenfeld anno 1499 zum Thema für ihr neues Häs, ihre neuen Masken und für noch im einzelnen festzulegende "närrische Aktionen" zu nehmen.

Narrenzunft "Grenzgeister " Wiechs am Randen e.V.

Seit man zurückdenken kann, gab es in Wiechs Fasnacht. Aber 1960 gründete man einen Verein unter dem Namen "Grenzgeister". Da unsere Ortschaft an drei Seiten von der Schweiz umgeben ist, spielte diese Grenze immer eine wichtige Rolle im Leben der Einwohner. Dort wo eine Grenze ist, sind auch Zöllner und natürlich auch Schmuggler. In schlechten Zeiten waren die Wiechser auf Waren aus der Schweiz angewiesen. Sie waren das Schmugglerdorf schlecht hin. Es gibt heute noch unzählige Geschichten über nächtliche illegale Grenzübertritte. Auch der Narrenruf "Hei-Hopp" hat seinen Ursprung aus der Schmugglertradition. Holzhauer und Schmuggler arbeiteten Hand in Hand. Wollten die Schmuggler wissen, ob die Luft rein war, riefen sie "Hei", wenn ja kam die Antwort "Hopp".

Grenzgeist

Zum Verein gehören die Maskenträger mit ihren großen Rucksäcken und die Zöllner. Eine Narrenbaumgilde und ein Narrenelternpaar gehören ebenfalls dazu. 120 aktive Mitglieder hat der Verein, das ist ein Viertel der Bevölkerung und dazu noch der Musikverein mit 40 Musikanten.

Bunte Abende, jedes Jahr Umzüge und eine dorftypische Strassenfasnacht sind Tradition.

 

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