Tengener Jugendfeuerwehr lässt's im Sommer schneien

650 Jugendliche und 100 Betreuer aus dem Kreis Konstanz werden erwartet.

„Habt ihr die Schneeketten schon von den Feuerwehrautos abgenommen?“ Das ist einer der Seitenhiebe, den die Tengener Feuerwehrkameraden immer wieder abbekommen. Oder: „Habt ihr noch Schnee liegen in Tengen?“ Jugendwart Andreas Zeller erklärt schmunzelnd: „Die anderen Feuerwehren spotten immer darüber, dass es bei uns so kalt ist.“ Der Jugendwart der Rottweiler Feuerwehr habe sogar einmal im Spaß angeboten: „Wenn im Sommer mal in Tengen das große Jugendfeuerwehr-Zeltlager ist, biete ich eine Bar mit heißem Punsch an. Damit auch niemand friert bei euch im kalten Hegau.“
Die Tengener Feuerwehrjugend reagierte auf diese skurrile Idee gar nicht unterkühlt. Sie kochte den Gedanken weiter und rührte ein paar Mal um. Die zündende Idee: „Dann bieten wir doch gleich unser Sommerlager zum Thema Winter an. Wir drehen einfach die Jahreszeiten um.“
Im Moment sieht es in der Kalkgrube noch nicht so recht nach Winter aus. Schwitzende Männer, die das Zelt stellen. Aber es wird einige Überraschungen geben, die auf die Kinder und die Tengener zukommen, verspricht Andreas Zeller: „Das Festzelt wird von den teilnehmenden Jugendfeuerwehren geschmückt. Natürlich winterlich.“ Nicht nur das Festzelt sei winterlich dekoriert. Auf dem ganzen Zeltlagergelände in der Kalkgrube werde es Winter werden. Andreas Zeller verrät: „Wir haben sogar einen Pistenbully organisiert.“ Außerdem werde das Gelände mit Schneemännern und Skiern dekoriert. Und vielleicht sogar mit Schnee, überlegt der Jugendwart. Wo er diesen im August aber her bekommen will, verrät er nicht.
Am Freitagabend gebe es eine Après Ski Party. Dort wird der Rottweiler Jugendwart sein Versprechen einlösen und Kinder-Punsch kochen. An den verschiedenen Tagen werde es eine Winterolympiade geben. Da müssen die Kinder Winter-Aufgaben lösen – etwa Eiswürfel zerhacken. Ebenfalls werden sich die angehenden Feuerwehrleute im Biathlon messen: „Da sind sie dann auf Skiern unterwegs“, grinst Andreas Zeller. Damit es aber nicht allzu gefährlich werde, hätten sie beim Biathlon aufs Schwarzpulver in den Gewehren verzichtet. „Wir verwenden Spritzpistolen.“ Bleibt zu hoffen, dass das Wasser in den Pistolen nicht gefriert bei den kalten Temperaturen, auf die sich die Tengener Jugendfeuerwehr einstellt.
Andreas Zeller lädt auch die Tengener herzlich ein, auf dem Gelände in der Kalkgrube vorbei zu schauen: „Die 650 Kinder und ihre rund 100 Betreuer freuen sich über Besuch.“ Bis zum Zapfenstreich um 23.30 Uhr könne man das Lager besuchen. Aber auch die Teilnehmer des Wintercamps in der Kalkgrube werden in Tengen zu sehen sein. Falls sie es schaffen, sich durch die erwarteten Tengener Schneeberge zu kämpfen: „Wir haben für Samstag ein Dorfspiel geplant“, verrät Andreas Zeller. Darüber hinaus werden die vielen Teilnehmer in die Randenhalle zum Duschen gehen. „Die Tengener werden also auf alle Fälle etwas von dem Lager mitbekommen.“ Wenn die Fahrzeuge der anderen Feuerwehren also tauglich genug sind fürs verschneite Tengen, sollten die Lagerteilnehmer am nächsten Mittwoch anreisen. Na dann – Ski heil.
Text: Südkurier, Uli Zeller

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