Gewässer- und Bodenschutz
Im Rahmen des Umweltschutzes kommt dem Gewässer- und Bodenschutz eine besondere Bedeutung zu. Worauf Sie als Unternehmen achten müssen, wo Ihre Pflichten und Rechte geregelt sind und wer Sie bei diesen Aufgaben unterstützt, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.
Gewässerschutz
Als Unternehmen müssen Sie bestimmte wasserrechtliche Regelungen beachten, wenn Sie
- Abwasser in Gewässer oder in die Kanalisation leiten,
- in Ihrer Produktion Grund- oder Oberflächenwasser nutzen oder
- wassergefährdende Stoffe einsetzen wie zum Beispiel Lösemittel oder Säuren.
Beim Gewässerschutz gilt das sogenannte Vorsorgeprinzip. Das heißt, dass Sie in Ihrem Unternehmen dafür sorgen müssen, geeignete Techniken einzusetzen, um die Belastung des Grundwassers und den Anfall von Abwasser möglichst gering zu halten beziehungsweise die Abwässer in dafür geeigneten Anlagen zu behandeln.
Hinweis: Wenn Sie in Ihrem Unternehmen pro Tag mehr als 750 Kubikmeter Abwasser in ein Gewässer einleiten, müssen Sie einen oder mehrere Beauftragte für Gewässerschutz (Gewässerschutzbeauftragte - GSB) bestellen. Ausführliche Informationen hierzu erhalten Sie in der gleichnamigen Verfahrensbeschreibung.
Nicht zum Gewässerschutz gehören Vorschriften, welche die Qualität des Trinkwassers betreffen.
Bodenschutz und Altlasten
Das Eindringen von Schadstoffen in den Boden oder physikalische Veränderungen (zum Beispiel Bodenverdichtungen) können die natürlichen Funktionen des Bodens erheblich beeinträchtigen.
Als Unternehmen sind Sie verpflichtet, darauf zu achten, dass derartige schädliche Bodenveränderungen vermieden werden und Vorsorge getroffen wird, dass der Boden geschont und nachhaltig behandelt wird. Wie beim Gewässerschutz gilt also auch hier das Vorsorgeprinzip.
Auffüllungen im Außenbereich
Selbständige Auffüllungen bedürfen im Außenbereich einer Genehmigung nach Bau- und Naturschutzrecht bei mehr als zwei Meter Höhe oder mehr als 500 Quadratmeter Fläche. Kleinere Auffüllungen sind nach der Landesbauordnung zwar grundsätzlich verfahrensfrei, unterliegen aber ebenso den rechtlichen und fachlichen Anforderungen des Bodenschutzes und des Naturschutzes und können einen naturschutzrechtlich genehmigungspflichtigen Eingriff in Natur und Landschaft darstellen. Daher sollte jeder geplante Bodenauftrag grundsätzlich mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Unteren Bodenschutzbehörde abgestimmt werden.
Sollte Ihr Unternehmen dafür verantwortlich sein, dass Böden verunreinigt wurden, sind Sie dazu verpflichtet, den Boden zu sanieren. Haben Sie ein belastetes Grundstück übernommen, gilt grundsätzlich Entsprechendes.
Naturschutz
Vertiefende Informationen
- Näheres zu Altlasten finden Sie in dem Kapitel "Bodeneigenschaften" der Lebenslage "Grundstück"
- Ausführliche und informative Publikationen zum Thema "Boden" bietet auch das Umweltministerium an.
- Das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz ,Naturschutz und nukleare Sicherheit bietet im Internet ausführliche Informationen zu den Themen Gewässerschutz und Bodenschutz
- Weitere Informationen zum Thema "Naturschutz" finden Sie bei der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg.
- Weitere Informationen zum Thema Artenschutz erhalten Sie im Leitfaden „Artenschutz in der Bauleitplanung und bei Bauvorhaben“
Rechtsgrundlage
Zugehörige Leistungen
- Auskunft aus dem Bodenschutz- und Altlastenkataster beantragen
- Baugenehmigung - Werbeanlage beantragen
- Erdaufschüttung und Abgrabung beantragen
- Errichtung baulicher Anlagen beantragen (naturschutzrechtliche Eingriffsgenehmigung)
- Gewässerschutz - Beauftragte bestellen
- Kiesabbau beantragen
- Verlegen von Leitungen und Kabeln beantragen (Naturschutz)
- Wasserkraftanlagen bis 1.000 Kilowatt - Zulassung für Bau und Erweiterung beantragen
- Wasserrechtliche Bewilligung beantragen
- Wasserrechtliche Erlaubnis beantragen - Allgemeines
Freigabevermerk
14.09.2026 Umweltministerium Baden-Württemberg

